Landesdirektion genehmigt Lärmschutzwall
Die Landesdirektion Leipzig hat gestern grünes Licht für den Lärmschutz entlang der Ortsumgehung Borna (B 95) gegeben. Die Behörde erließ den Planfeststellungsbeschluss und genehmigte damit das Vorhaben. "Damit wird eine Nebenbestimmung des Planfeststellungsbeschlusses der Landesdirektion Leipzig vom 29. April 2009 zur Bundesautobahn A 72 im Bauabschnitt 3.2 erfüllt", ergänzte Pressesprecher Stefan Barton.
Die Lärmschutzmaßnahmen an der Ortsumgehung Borna sind im Bereich vom Knoten B 95/Geschwister-Scholl-Straße bis zum südlichen Anschluss an die A 72 (Fertigstellung im Jahr 2013) vorgesehen. Der schließt die Ortsteile Eula und Kesselshain ein, wo die Forderung nach Lärmschutzmaßnahmen laut geworden war. Der Bereich "befindet sich allerdings in einem Überschneidungsbereich mit der Trassenplanung des Folgeabschnitts 5.1 der A 72, die sich gegenwärtig im Planfeststellungsverfahren befindet", schränkte Barton ein. Was bedeutet: Soweit es zu einer Fortführung des Autobahnbaus kommt, wäre der planfestgestellte Lärmschutzwall in dem genannten Bereich abzutragen und modifiziert neu zu errichten. Um dem Rechnung zu tragen, enthält der Beschluss Regelungen, die dem Vorhabenträger unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einräumen, den Lärmschutzwall zeitlich versetzt zu errichten.
Quelle: LVZ, 18.01.2012
A 72 jetzt zwölf Kilometer länger
Vier Jahre nach Baubeginn ist gestern ein weiterer Abschnitt der A 72 freigegeben worden: "Freie Presse" testete die Piste.
Von Gabi Thieme
Penig - Vielen Bürgern von Penig und umliegender Orte ist es gestern gelungen, das Protokoll des sächsischen Verkehrsministeriums durcheinanderzubringen. Irgendwann resignierten die Ordner. Sie waren an der Anschlussstelle Niederfrohna postiert, wo die A 72 nach Leipzig seit 2007 endete, und sollten zunächst nur geladenen Gästen freie Fahrt auf den nächsten Trassenabschnitt gewähren. Doch es kamen Hunderte Schaulustige - die meisten ohne Einladung.
Für Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) und seinen aus Berlin angereisten Parteifreund Jan Mücke, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, hatte man aus Angst vor Wetterkapriolen einen Unterstand gebaut. Zwei künstliche Palmen säumten die Politiker, als sie die Zwölf-Kilometer-Strecke eröffneten.
Erneut große Versprechen
Sven Morlok räumte ein, dass unter seinen Vorgängern andere Fertigstellungszeiträume im Gespräch gewesen seien. Ursprünglich sollte die gesamte 62 Kilometer lange Trasse zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 befahrbar sein. Jetzt sind gerade einmal 23 Kilometer, also reichlich ein Drittel, geschafft und es ist der erste Ort im Landkreis Leipzig erreicht. Morlok versicherte, dass er sich für den zügigen Weiterbau einsetzen werde. Die nächsten beiden Abschnitte bis Frohburg (14,5 km) und weiter bis südlich von Borna (7,7 km) sollen Ende 2012 befahrbar sein. Morlok gestand ein, dass die Freigabe jedes neuen Autobahnteilstücks mit mehr Verkehr auf der verbleibenden B 95 einhergehe. Das zeige sich vor allem nördlich von Borna, wo die B 95 seit jeher vierspurig durch Espenhain verläuft und die Anwohner extrem unter den Verkehrsbelastungen leiden. "Ich hoffe, dass wir für diesen Abschnitt im ersten Halbjahr 2012 Baurecht haben und dann dort unverzüglich beginnen." Der Freistaat, der den inzwischen 550-Millionen-Euro teuren Autobahnbau - ursprünglich waren 420 Millionen im Gespräch - mit 50 Millionen unterstützt, habe das Geld für 2013/2014 im Haushalt eingestellt und werde es notfalls auch früher locker machen, so Morlok.
Er machte zugleich seinem Ärger darüber Luft, dass eine Zeitung gestern geschrieben hatte: "Für 550 Millionen Euro: Autobahn ins Nirgendwo". "Das bringt eine ganze Region in Misskredit. Penig und Rochlitz sind für mich kein Nirgendwo", so der Minister. Schützenhilfe bekam er von Staatssekretär Mücke, der nicht nur von einer regionalen, sondern auch überregionalen Bedeutung der A 72 sprach, weil sie auch den Verkehr zwischen Tschechien und Mittelsachsen aufnimmt.
Doch bis das soweit ist, werden nach "Freie Presse"-Recherchen noch Jahre vergehen. Für den 10,5 Kilometer langen Abschnitt Borna-Rötha läuft seit Dezember 2009 das Planfeststellungsverfahren. Die Trasse führt zum Teil über ehemaliges Bergbaugebiet. Sie tangiert zwei Seen sowie etliche Landwirtschaftsflächen. Zwar soll bis zum Sommer Baurecht bestehen. Aber noch ist unklar, ob es Klagen gibt und ob die einen Stopp zur Folge haben. Für das nächste und letzte acht Kilometer lange Stück bis zur Anbindung an die A 38 läuft das Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion Leipzig seit einem Jahr. Hier führt die Trasse durch ein Vogelschutzgebiet und sie berührt das Hochwasserrückhaltebecken Stöhna. Es sei offen, wann es hier Baurecht gebe, räumte Behördensprecher Stefan Barton ein. Unter Straßenbauexperten wird gemunkelt, dass vielleicht nie gebaut wird. Eine Vermutung, die vorige Woche neue Nahrung erhielt: Im Investitionsrahmenplan des Bundes bis 2015 läuft der Abschnitt Borna-Rötha zwar unter "prioritäre Vorhaben". Finanziell untersetzt ist er aber nicht. Der Folgeabschnitt Rötha-A 38 ist im Rahmenplan gar nicht erwähnt.
Kein Schild zur B 95
Großen Nutzen bringt das neue Teilstück nur dem, der von Chemnitz etwa nach Rochlitz, Lunzenau, Wechselburg oder Rathendorf will. Viele Peniger dürften weiterhin bereits in Niederfrohna abfahren, weil die Anschlussstelle Penig zu weit nördlich der Stadt liegt. Wer aus Richtung Chemnitz nach Leipzig fährt, sollte wie ausgeschildert in Penig die A 72 verlassen und dann die B 95 nutzen. Wer aus Versehen bis zur neuen Abfahrt Rochlitz rollt und dann weiter nach Leipzig möchte, kommt ins Grübeln. Kein Schild weist den Weg zur B 95. Nach Norden ist Rochlitz, nach Süden Penig ausgewiesen.
"Freie Presse" schlug die Strecke nach Süden ein und folgte nach zwei Kilometern der Ausschilderung nach Kohren-Salis. Nach einem Kilometer geht es auf einem besseren Feldweg durch Rathendorf, anschließend auf einer neu asphaltierten Straße nach Meusdorf. Sie ist allerdings so schmal, dass zwei breite Fahrzeuge nicht aneinander vorbei kommen. Ständig muss man in Ausweichbuchten halten. Nach insgesamt zehn Kilometern ist die B 95 bei Neuenmörbitz erreicht. Bis Borna sind es von hier 18, nach Leipzig immer noch 46 Kilometer. Fazit: Schnelle Trasse - Fehlanzeige.
Quelle: Freie Presse, 23.12.2011
Freie Fahrt bis zur Anschlussstelle Rochlitz
Die neue A 72 in Richtung Norden führt seit gestern zumindest bis an den Landkreis Leipzig. Ein Konvoi geladener Gäste startete mittags zur Jungfernfahrt von der Muldebrücke bei Penig bis zur Anschlussstelle Rochlitz. Damit sind nunmehr 23 der 62 Kilometer langen Autobahntrasse gebaut. Die Fertigstellung der anschließenden Abschnitte bis Frohburg und weiter bis Borna-Süd ist für Ende des Jahres 2012 vorgesehen. Die vierstreifige Ortsumfahrung Borna ist bereits gebaut. Die weiteren Arbeiten im Raum Leipzig kommen aber eher schleppend voran. Für die beiden letzten Abschnitte bis zur A 38 südlich von Leipzig laufen noch die Planfeststellungsverfahren. Damit steht weiter in den Sternen, wann Chemnitz und Leipzig direkt über eine Autobahn miteinander verbunden sein werden.
Quelle: Freie Presse, 23.12.2011
Das große Ziel: Ende 2012 in Borna
Borna. Die Freigabe von zwölf Kilometern neuer Autobahn 72 südlich des Landkreises Leipzig macht Lust auf mehr: Ehe die Autos auf der vierspurigen Trasse aber von Borna aus an Geithain und Penig vorbei bis zum Chemnitzer Kreuz rollen können, wird noch ein rundes Jahr vergehen. Das sagten Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) und Vertreter des Bundes bei der Freigabe am Donnerstag nahe Penig unisono. Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), Bauherr zwischen den Anschlussstellen Rochlitz und Borna-Süd, unterstützt diese Erwartung ausdrücklich. „Die Verkehrsfreigabe ist für Ende 2012 geplant", sagt Manuela Geske von der Deges. Am Abschnitt Rochlitz - Frohburg, der 14,5 Kilometer lang ist, werde seit März 2010 gebaut. Zwei der Brücken seien bereits fertig, 85 Prozent der Erdarbeiten geschafft. Zur selben Zeit nahmen auch zwischen Frohburg und Borna-Süd die Baufirmen die Arbeit auf. Die Herrichtung der 7,7 Kilometer langen Trasse begann im Sommer 2011. Die große Brücke über den Zedtlitzer Grund soll im Herbst 2012 fertig sein.
„Die Autobahn wird vorerst ohne die Anschlussstelle Frohburg gebaut", bestätigte Geske. Nach einer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht habe man umplanen müssen. Das Planergänzungsverfahren sei bei der Landesdirektion Leipzig anhängig.
Quelle: LVZ, 23.12.2011
Abschnitt 2 wird am 22. Dezember gegen 10Uhr freigegeben
Mit mehr als fünf Jahren Verspätung eröffnet Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) am 22. Dezember den nächsten Abschnitt der Leipzig-Autobahn 72 zwischen Niederfrohna und Rochlitz/Rathendorf (im Bild die Anschlussstelle Penig). Dies bestätigte ein Ministeriumssprecher. 10 Uhr soll die Trasse für den Verkehr frei gegeben werden. Bis zuletzt war es fraglich, ob das etwa zwölf Kilometer lange Teilstück überhaupt noch 2011 fertig wird. Aufgrund des trockenen Herbstes gingen die Bauarbeiten zügig voran. Zuletzt wurden Leitplanken montiert und die Fahrbahnmarkierungen aufgebracht. Auf diesem Streckenabschnitt befindet sich auch die 710 Meter lange Muldenbrücke. Das gigantische Bauwerk war Anfang 2011 fertig gestellt worden. Die Bauarbeiten am Abschnitt zwischen Niederfrohna und Rochlitz/Rathendorf hatten im Frühjahr 2010 begonnen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 100 Millionen Euro. Der Abschnitt bis Frohburg/Borna soll Ende 2012 eröffnet werden. (scf)